Der grüne Opi – ein neues Familienmitglied – Klappmaulpuppenbau die Erste

Darf ich mich vorstellen…

Ich finde Handpuppen sind faszinierend. Sie erinnern an Kindertage, Kasperltheater und an allererstes Fernsehen (zumindest, wenn man vor mehr als drei Jahrzehnten schon hier war). Und noch heute kann ich die Faszination von Handpuppenfilmchen und -filmen von damals nachempfinden. Es geht eben nicht alles, wie mittlerweile in computeranimierten Filmen, sondern man braucht Tricks, um die Illusion perfekt zu machen.Vor ein paar Tagen haben mein Mann und ich Anleitungsvideos eines Puppenbauers aus den USA gesehen und waren sofort angesteckt. Adam Kreutinger zeigt in seinen Videos Schritt für Schritt, wie man so eine Klappmaulpuppe – also eine Puppe, die durch die Bewegung der Hand den Mund öffnet und schließt – im Eigenbau herstellen kann. Und er verrät dabei nicht nur, wie man ein Schnittmuster für das Schaumstoffinnenleben und die Hülle selbst entwerfen kann, sondern stellt das Muster auch noch kostenlos auf seiner Seite zum Download zur Verfügung. Einfach toll!

Das Skelett: Schaumstoffkopf, -torso und -hände

Nachdem ich die Videos mehrfach geschaut habe, war klar. Ich muss auch so eine Puppe bauen. Und da unser Materiallager mittlerweile gut gefüllt ist, war Vieles bereits vorhanden. Und nach einem kurzen Besuch im Baumarkt (Schaumstoff und speziellen Schaumstoffkleber hatten wir wirklich nicht hier) konnte ich anfangen. Ich zeige hier ein paar Fotos aus dem Bastelprozess, nur schnell zwischen den einzelnen Schritten geknipst.

die Haut: stretchiger Fleecestoff in schmuddelig-grün

Adam erklärt in seinen Videos alles wirklich sehr kleinschrittig und zeigt sehr genau, wie man alle Einzelteile herstellt und dann zusammenfügt.

Schaumstoffkopf mit Mundplatten

Die Puppe “erwacht”

Vom Puppennähen kenne ich das, durch das lange Arbeiten mit dem kleinen Geschöpf “erwacht” es irgendwann zum Leben und bekommt auch eine kleine Persönlichkeit. Doch hier war das nochmal anders. Denn anders als die schönen Spielpuppen, die dann von außen “bespielt” werden können, erwacht diese Puppe wirklich scheinbar zum Leben, und zwar dann, wenn man das erste Mal die Hand hineinsteckt und ein noch augenloses, aber doch irgendwie lebendig wirkendes Geschöpf einen anblickt und den Mund bewegt. Und das war dieser erste Moment:

Eine ziemliche Fummelei aber doch in meinem Element war die Arbeit an den Händen, die dicken Schaumstoffhände, je zwei übereinander mit einem Drahtskelett (damit man die Finger auch bewegen kann) müssen in die Stoffhülle gesteckt werden.

Abschließend wurden die Drahtenden noch an Holzstangen befestigt und schwarz lackiert. Besonders spannend war dann die Auswahl des Gesichts. Was soll es überhaupt sein? Ein Frosch, ein Wesen, ein Humanoider, ein Mann, eine Frau? Welche Augen, Ohren, welche Nase, welche Zunge bekommt es? Welche Form haben diese Teile? Gibt es Fell oder Haare? Welche Farbe, welche Länge, wo überall? Es ist wahnsinn, was sich durch Haarfarbe, Nasenposition und Augenwinkel verändert. Nach vielen verschiedenen Versuchen, immer nur festgesteckt mit Stecknadel und so noch einmal korrigierbar (von denen ich leider keine Fotos gemacht habe) hat der Typ sich irgendwann entschieden, so auszusehen:

Nase, Ohren und Haare werden dann mit einem Leiterstich aufgenäht. Die Augen, die aus Fimo in einer Cake-Pop-Backform “gebacken” und dann mit Filz beklebt sind, habe ich mit Alleskleber aufgeklebt. Zum Glück hatte da jemand richtig Spaß am “Augenbacken” und für die nächsten Klappmaulpuppen – denn die wird es auf jeden Fall geben, so viel steht fest – haben wir dann schonmal eine gute Auswahl!

Was guckst du? Augen auf dem Tablett – ein bißchen creepy ist das schon…

Es ist einfach erstaunlich, was sich durch Farben, den Winkel der Lider oder die Anordnung der Pupillen alles schon ergibt. Bei diesem Kerl hier hab ich mich dann für einfache schwarze Pupillen (abgeknipste Puppenpupillen) entschieden.

Die Kleidung war auch schnell gefunden. Hier musste ich noch nicht mal etwas Neues anfertigen: Ein Blick in die Kleiderkiste der Kinder genügte, da der nicht mehr ganz junge Mann hier etwa eine 98 trägt, bekam er gleich einen handgestrickten Pulli geliehen. Aber vielleicht behält er ihn auch an…

Das ist mein Pulli!

Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es so einfach ist, eine Klappmaulpuppe zu bauen und ich bin richtig angesteckt. Kreatives Ausleben erwünscht – das ist genau meins!

Huhu! Hier bin ich!

Jetzt muss ich nur noch üben, so eine Klappmaulpuppe richtig zu bedienen…

Habt einen schönen Tag!

 

Schnittmuster für die Klappmaulpuppe, Schaumstoffkopf, -körper, Arme: kostenlos unter www.adamkreutinger.com

Material: Schaumstoff, Fleece, Fimo, Puppenaugen/Pupillen, Filzreste, Draht, Holzstäbe, Garn, Fellimitat (Bastelfell), Stoffreste, Schaumstoffkleber, Alleskleber, Heißkleber

Werkzeuge: Bastelschere, Schneiderschere, Rollschneider, Bohrmaschine, Kneifzange, Schleifpapier, Nähmaschine, Heißklebepistole

hmm…

Schau doch mal hier: