Die Legende von St. Martin – mit Kostümen für Kinder

St. Martin, Ross und armer Mann

Seit dem allerersten St. Martinsfest, das die Kinder erlebt haben, ist dieser hilfsbereite Mann bei uns hoch im Kurs. Er hilft schließlich ganz selbstlos dem „Amannmann“ (es hat lange gedauert, bis ich entschlüsselt hatte, woher diese Bezeichnung stammte), der frierend im Schnee sitzt. Überhaupt wurde hier in den letzten Jahren Vieles aus den Martinsgesängen sagen wir, „anders“ verstanden. Eine zeitlang zog Sand Martin seine Flügel an, und der oben bereits genannte Amannmann singt dann, dass der bittere Frost sein Toast wäre.

Mittlerweile wird aber schon sehr kräftig und meistens nicht mehr sinnentstellt mitgesungen. Besonders gern wird hier auch die bekannteste Martinslegende nachgespielt: einer ist das Pferd, einer der arme Mann und einer darf St. Martin sein.

Bis weit bis in den vergangenen Sommer hinein wird dann mit Decken umhüllt rumgelaufen und Mäntel werden bereitwillig geteilt. Unser Pferdekostüm, das ursprünglich als Begleitung für Pippi Langstrumpf – noch in den Nähanfängen ohne Overlock und Co. – genäht worden ist, erfreut sich bei diesem Spiel immer noch größter Beliebtheit. Das Kostüm ist nach dem Affenkostüm-Schnitt von burda unter „Zirkusaffe-Faschingskostüm 01/2011“ genäht, die Pferdeohren, den Schweif und die Mähne habe ich ergänzt. Genäht habe ich den Overall aus beigefarbenem Nicki, die schwarzen Flecken habe ich mit einem Textilstift ergänzt. Zur Zeit dient der Kleine Onkel uns als St. Martins Ross.

Jetzt habe ich, da nach dem Laternenbasteln das Thema wieder aktuell wurde, für die Kinder noch einen Martinsumhang mit Schwert und Helm und ein Lumpenhemd für den armen Mann genäht. So kann jeder ein Kostüm tragen und dann kann der Mantel geteilt und getauscht werden. Dazu habe ich mir ein paar Anleitungen und Inspirationen im Netz geholt, man muss ja nicht jedes Mal das Ross Rad neu erfinden.

Teilen lernen

Den Mantel wollte ich gern leicht teilbar machen. Dafür habe ich einen roten Sweatstoff besorgt, 150cm in der Breite, 80 cm in der Länge. Inspiriert hat mich zu dem Martinsmantel die Anleitung von Nadelfee, ich hab hier aber nicht so schön abgerundet und gefüttert, sondern eher eine schnelle Version genäht. Abschließend habe ich an das Teil, an dem das Knopfkettchen befestigt ist, auch noch ein Stück Hoodieband mit einer Schlaufe angebracht. So kann St.Martin auch seinen halben Mantel wieder umhängen und weiterreiten.

„Sankt Martin gibt den Halben still“

Das Schnittmuster für den Helm stammt von der Seite wine&glue, dort gibt es den Schnitt zum kostenlosen Download und auch eine Online-Anleitung dazu.

Mantel mit Schwert und Helm

Für das Schwert habe ich dann aber doch ein bißchen selbst gedacht: Die Klinge ist mit einem dicken Putztuch gefüttert, denn in Griff und Klinge befindet sich ein Rundstab. In den ersten 4 cm der Spitze und auch unten und an den Seiten im Griff befindet sich Füllwatte. Nur Füllwatte für das ganze Schwert zu verwenden, ist natürlich ungefährlicher, aber mit so einem wabbeligen Ding kann man dann auch keinen Mantel teilen. So muss man natürlich aufpassen, dass der Soldat im kleinen St. Martin nicht plötzlich doch ausbricht und das Schwert auch noch zum Austeilen verwendet.

„Hat Kleider nicht, hat Lumpen an“ – immerhin mit Taillengürtel

Der arme Mann trägt bei uns einen einfachen Kittel im handgemachten Kimonoschnitt mit einer Baumwollkordel als Gürtel. Ein paar Löcher reingeschnippelt und extra schief. Viel mehr muss nicht sein.

Die Kinder spielen und singen schon begeistert!

Habt einen schönen Laternenumzug und einen gans glücklichen Martinstag!

 

 

Schnitt: Pferdchen nach dem Affenkostümschnitt von burda, 3,99€; Ohren, Schweif und Mähne ergänzt;

St. Martins Helm „Knight hat pattern“ von wine&glue, kostenlos hier, Mantel und Schwert selbstgemacht

Armer Mann: Lumpenshirt selbstgemacht

Material: Ross: Nicki in beige und rosa (Ohren), Wolle, Textilstift, Bündchen, hautfarbener Jersey für das Kapuzenfutter

St. Martins Helm: Stoffreste in grau (dehnbares festes Mischgewebe) roter Sweatrest, Snaply Druckknöpfe in rot

Schwert: Stoffreste in grau, Putztuch, Runstab, Leinenreste, Füllwatte

Mantel: Sweat (80x150cm)in rot, Knöpfe mit Kettchen, Klettband (je 70 cm), Stück Hoodieband (ca. 15cm) in rot, hier gibt es eine schöne Anleitung von www.nadelfee.net

Armer Mann: Stoffreste, Baumwollkordel

„St. Martin, St. Martin“…

Verlinkt: freutag, made4boys, made4girls, kiddikram, kostenlose Schnittmuster Linkparty

Schau doch mal hier:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.