Leinen färben und vernähen – ich mach mit beim #leinensewalong

Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe

Vom 4. bis zum 11. Juni haben Tatiana vom Blog tillit und Britta von untermeinemdach einen #leinensewalong bei Instagram gestartet. Der kam für mich wie gerufen, denn ich vernähe sehr gern Leinen, vor allem altes und habe auch noch stapelweise alte Tischdecken vom schwedischen Loppis hier liegen. Vor ein paar Tagen hab ich – noch ohne vom #leinensewalong zu wissen – schon mal die Leinensachensuchershorts für Kleine hier gezeigt.

Angesteckt von Tatiana habe ich mich erstmal im Färben von Leinen versucht. Mit Dingen, die ich hier zu Hause hatte, hab ich zunächst experimentiert: mit Roter Beete, Kaffee und Rosenblättern – ziemlich erfolglos. Normalerweise freut man sich ja, wenn in der Waschmaschine alles wieder rausgeht – nach meinen ersten Färbeversuchen war ich aber doch ein bißchen entäuscht. Gerade die Farbe vom Rote Beete-Leinen war so toll und leuchtend – nach dem Waschen hielt ich allerdings wieder ein naturfarbenes – oder eben sauberes – Stück Leinen in der Hand.

Ich habe noch nicht aufgegeben und gestern hat es dann mit Kurkuma geklappt. Kurkuma finde ich im Essen eh unerträglich, also hab ich es kurzerhand zum Färben verwendet – viel Hoffnung hatte ich wieder nicht, dass es klappen könnte. Aber schön sah’s schon aus, so tieforange – vor dem Auswaschen…

Heraus kam nach dem Waschen in der Waschmaschine – ganz wider Erwarten – ein ziemlich intensives sattes Gelb: ich bin wirklich begeistert.

Weiter unten erkläre ich genauer, wie ich beim Färben mit Kurkuma vorgegangen bin.

 

Während ich auf das Ergebnis des Auswaschens gewartet hab, hab ich einfach schonmal angefangen, ein anderes Leinenstück zu bedrucken – diesmal inspiriert von Britta von untermeinemdach. Mit schwarzer Textilfarbe, Vintagealphabetstempeln und meinem Pippi-Langstrumpf-Lieblingsspruch:

Pippi hat immer recht…

Daraus und aus dem tollen gefärbten Leinen hab ich mir natürlich sofort auch etwas genäht: Ein Stiftetäschchen mit Reißverschluß.

Zunächst habe ich zwei Leinenstücke in der Größe 15 x 30 cm zugeschnitten.

Freihandnäherei mit skizzenhaften Blumen

Dabei habe ich allerlei Schnickschnak und Tüddelkram ergänzt:

Zuerst eine Freihandblumennäherei in weiß auf das kurkumagelbe Teil, dann ein kleines Stück weißes Spitzenband. Und einen kleinen ReLedastreifen mit einem Druckknopfoberteil in hellgrün, passend zum Innenfutter aus Baumwolle.

Innenfutter aus hellgründer Baumwollwebware

 

Auch die Rückseite des Mäppchens hab ich mit einem Stück Leinen in gelb und einem antiken runden Spitzendeckchen verziert. Ein kleines ReLeda-Schildchen habe ich mit ars fecit bestempelt und dann auf das Naturleinen daraufgesetzt. Am Rand des Täschchens habe ich noch eine Schlaufe aus ReLeda und gelbem Leinen angebracht.

Rückseite mit Spitzendeckchen und Releda-Logo

Ich freu mich über das verspielte Ergebnis. Weitere bedruckte und gefärbte Leinennähereien liegen schon auf meinem Nähtisch…

Einen sonnengelben Donnerstag!

 

 

So bin ich beim Färben vorgegangen:

Ich hab das Leinen vorher in Essig etwa eine Stunde eingeweicht. Dann habe den Essig ausgewaschen. Ein bißchen Wasser aufgekocht, ordentlich Kurkuma rein und verrührt. Schließlich hab ich das Leinen in den Topf gegeben und in der orangefarbenen Matsche gewälzt. Das ganze hab ich ca. 2-3 Stunden einwirken lassen. Danach hab ich alles kalt ausgespült und das Leinen in der Waschmaschine mit etwas Waschmittel gewaschen. Hat auch den Vorteil, dass der – für mich – recht unangenehme Kurkuma-Gestank Geruch verfliegt.


Schnitt: Je zwei Rechtecke Leinen und Innenfutter, je 15 x 30 cm

Material: altes schwedisches Tischleinen, mit Kurkuma selbst gefärbt, Baumwollwebware für das Futter, Spitzendeckchen, Spitzenband, ReLeda, Reißverschluss und Druckknopf von snaply, Alphabetstempel, Textilfarbstift in schwarz

Verlinkt: RUMS, #leinensewalong, TT Taschen und Täschchen

Schau doch mal hier:

5 Gedanken zu „Leinen färben und vernähen – ich mach mit beim #leinensewalong

  1. doros kinderreich sagt:

    Liebe Anna!
    Das Täschchen gefällt mir ausgesprochen gut! Das Deckchen, die Freihandnäherei und das Releda passen perfekt zu dem Leinen. Echt schön! Du bist total kreativ!
    Magst du mir verraten, wie man an so wunderbares Leinen kommt?
    Danke auch noch für die Anleitung zum Färben.
    Liebe Grüße
    Doro

    • Anna sagt:

      Vielen Dank, Doro!
      Das Leinen stammt von einem Trödelmarkt in Südschweden. Es liegt hier schon länger, war auf jeden Fall mal eine ziemlich große Tischdecke. Mittlerweile wissen viele aus der Familie, dass ich gern nähe, so bekomme ich auch immer mal ein paar Stoffschätzchen mitgebracht.
      Viele Grüße,
      Anna

  2. Tatiana sagt:

    Das ist so schön geworden.
    Ich muss das mit Kurkuma auch unbedingt ausprobieren!
    Danke für deine Anleitung 🙂

    Ich freu mich, dass du beim SewAlong mitmachst!

    Grüssle.
    Tatiana/TilliT

    • Anna sagt:

      Danke, Tatiana! Ich bin froh, dass ich deinen Blog und euren SewAlong gefunden habe! Eine schöne Gelegenheit, das alte Leinen zu vernähen.
      Viele Grüße
      Anna

  3. Birgit sagt:

    Liebe Anna,
    nach dem Sewalong muss ich gleich mal suchen. Meine Mutter hat mich mit reichlich altem Bauernleinen meiner Oma und deren Tante (also wirklich zeimlich alt) versorgt. Bisher liegt er hier nur rum, da mir so recht die richtige Idee dafür fehlt.
    Herzliche Grüße, Birgit

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